Jugend

29 junge Leute empfangen in Untermitterdorf das Sakrament der Firmung

Kirchberg. i. W. Pfarrverband am 20.06.2024

2024 aktuelles firmung 7 Johann Probst

Was es mit der Weisheit auf sich hat – Antworten auf große Fragen bei der Firmung

So gut gefüllt war die Pfarr­kir­che Mariä Heim­su­chung in Unter­mit­ter­dorf schon lan­ge nicht mehr wie an die­sem Sams­tag. Grund dafür war die Fir­mung von 29 jun­gen Chris­ten aus den Pfar­rei­en­ver­band Bischofs­mais- Kirch­berg-Unter­mit­ter­dorf. Als Firm­spen­der war Dom­propst Dr. Micha­el Bär nach Unter­mit­ter­dorf gekom­men. Der Wür­den­trä­ger aus Pas­sau ist im Pfarr­ver­band kein Unbe­kann­ter. Hat­te er doch vor Jah­ren als Aus­hilfs­geist­li­cher öfters hier gewirkt. So erin­ner­te er sich natür­lich an den jet­zi­gen Rege­ner Land­rat Dr. Ron­ny Raith, der bei ihm den Dienst des Minis­tran­ten ver­sah und an die­sem Tag selbst als Firm­pa­te im Ein­satz war. Mit Dr. Bär waren die Seel­sor­ger des Pfarr­ver­bands, Lei­ten­der Pfar­rer Pater Paul Ost­row­ski, Pfarr­vi­kar Sla­wo­mir Olech und die Dia­ko­ne Albert Achatz und Alfons Kopp, durch den Mit­tel­gang der Kir­che hin zum Altar­raum gezo­gen. Beglei­tet wur­de die Geist­lich­keit von den Pfarr­ge­mein­de­rä­ten aus den drei Pfarr­ge­mein­den und von Firm­hel­fe­rin­nen des Firmteams.

Gemeinschaftschor aus Untermitterdorf und Zell beeindruckt die Firmgäste.

Frei­ge­nom­men hat­ten sich für die­sen Tag 27 Sän­ger und Sän­ge­rin­nen der Kir­chen­chö­re von Unter­mit­ter­dorf und der Fili­al­kir­che Zell. Bereits beim Ein­gangs­lied zeig­ten sich die Kir­chen­be­su­cher samt des Firm­spen­ders über­wäl­tigt von der Stimm­ge­walt des Ensem­bles unter Lei­tung des Diri­gen­ten Micha­el Roth­kopf. Dies­mal zeig­te der Orga­nist am E‑Piano sei­ne Fähig­kei­ten bei fast durch­gän­gig moder­nen Melodien.

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Schmid macht Firmlingen Mut

Mar­ti­na Schmid, Vor­sit­zen­de des Unter­mit­ter­dor­fer Pfarr­ge­mein­de­rats, durf­te neben der Geist­lich­keit natür­lich die Firm­lin­ge als Haupt­per­so­nen mit ihren Ange­hö­ri­gen beson­ders herz­lich begrü­ßen. Als loka­le poli­ti­sche Pro­mi­nenz konn­te sie auch die bei­den Bür­ger­meis­ter der Gemein­den Bischofs­mais und Kirch­berg, Wal­ter Nirschl und Robert Muhr, aus­ma­chen. Die Fir­m­an­wär­ter beglück­wünsch­te Schmid zu dem muti­gen Schritt, den sie mit dem Emp­fang des Sakra­ments der Fir­mung wag­ten und sich damit in die Gemein­schaft der Kir­che ein­bräch­ten. Denn vie­les lie­ge nun in ihrer Hand, da sie frei ent­schei­den könn­ten. Wenn ihr heu­te Ja sagt, dann habt ihr euch für eine Rich­tung ent­schie­den und seid auf dem Weg zur Lie­be und zum Glau­ben an Gott“, sprach sie den jun­gen Chris­ten Mut zu.

2024 aktuelles firmung 1 Johann Probst

Das Firmteam macht die Jugendlichen für die Firmung fit

Die jun­gen Frau­en und Män­ner ab 16 Jah­ren wur­den für die­sen Schritt in den ver­gan­ge­nen zehn Mona­ten von Pater Olech und dem ange­hen­den Gemein­de­re­fe­ren­ten Flo­ri­an Hai­plik fit gemacht. Hilf­reich zur Sei­te stand ihnen das Firm­hel­fe­rin­nen­team mit Anna Gilg (Bischofs­mais), Astrid Wag­ner, Hei­ke Stangl (bei­de Zell), Anne­lie­se Ertl, Andre­as Pletl, Clau­dia Wild­feu­er (alle Kirch­berg) sowie Ilka Hupf-Wie­derer und Caro­lin Dori­at (bei­de Unter­mit­ter­dorf). In monat­li­chen Tref­fen waren die Firm­lin­ge zusam­men­ge­kom­men und hat­ten sich mit ihnen über ver­schie­de­ne The­men aus­ge­tauscht. Dar­über hin­aus wur­den gemein­sam Andach­ten ent­wor­fen und gefei­ert. Ein wich­ti­ger Bau­stein war der Vor­stel­lungs­got­tes­dienst, in dem sich die Fir­m­an­wär­ter den Pfarr­ge­mein­den vor­ge­stellt hat­ten, so Hai­plik. Ziel die­ser Pro­be­zeit sei es gewe­sen, zu erken­nen, wie Gott im Leben wirkt und wie man als jun­ger Christ den Glau­ben auf eige­ne indi­vi­du­el­le Wei­se leben kann.

Firmlinge als Mitgestalter des Gottesdienstes

Einen Schritt dahin mach­ten sie, indem sie sich als Mit­ge­stal­ter des Firm­got­tes­diens­tes beim Vor­trag der Kyrie-Rufe und der Für­bit­ten enga­gier­ten. Fir­maspi­rant Maxi­mi­li­an Preis konn­te sich als Lek­tor bei der Lesung bewäh­ren. Nach dem Johan­nes-Evan­ge­li­um mit dem Bericht zur Aus­sendung der Jün­ger und dem Emp­fang des Hei­li­gen Geis­tes, ver­le­sen von Dia­kon Achatz, und der Erneue­rung des Tauf­ver­spre­chens wand­te sich der Dom­propst an die 29 Firmbewerber.

Die „großen Fragen“ Kants im Mittelpunkt der Predigt

Ganz im Zei­chen der ers­ten Gabe des Hei­li­gen Geis­tes, der Weis­heit, stan­den die Aus­füh­run­gen des Pre­di­gers. Dazu bemüh­te er die Aus­sa­gen eines der größ­ten Den­ker Deutsch­lands, des Phi­lo­so­phen Imma­nu­el Kant, des­sen 300-jäh­ri­ger Geburts­tag in die­sem Jahr gefei­ert wird. Eine der größ­ten Leis­tun­gen des Freunds der Weis­heit“ sei­en vier Fra­gen gewe­sen, die er zusam­men­ge­stellt hat­te und die die eige­ne Lebens­füh­rung betref­fen: Was kann ich wis­sen? Was soll ich tun? Was darf ich hof­fen? Was ist der Mensch?“ Dazu ver­such­te der Pre­di­ger Ant­wor­ten im christ­li­chen Sin­ne zu fin­den und sie im Hin­blick auf die Situa­ti­on der jun­gen Chris­ten zu deu­ten. Über die Buch­weis­hei­ten und das Inter­net- Wis­sen hin­aus gäbe es für sie das Glau­bens­wis­sen von Gott­va­ter und Gott­sohn, der die Men­schen erlös­te, fand Dr. Bär eine Ant­wort zur ers­ten Frage. 

Der Pre­di­ger ermun­ter­te die Jugend­li­chen das Leben jetzt selbst in die Hand zu neh­men, indem er auf die zwei­te Fra­ge ein­ging: Jetzt kommt die Zeit, sel­ber zu ent­schei­den und das was du willst kon­se­quent anzu­steu­ern“, Schließ­lich emp­fahl er ihnen Bil­dungs­an­ge­bo­te in der Schu­le und Berufs­aus­bil­dung zu nutzen. 

Nahe­lie­gend und ver­ständ­lich sei es, dass der jun­ge Mensch auf ein gutes Leben mit einem lie­be­vol­len Part­ner oder Part­ne­rin hof­fe, so Bär. Dar­über hin­aus sehe Kant als Ant­wor­t­auf sei­ne drit­te Fra­ge den Him­mel als Beloh­nung für ein Leben nach mora­li­schen Regeln. Für den Chris­ten ergä­be mit der ver­spro­che­nen Auf­er­ste­hung nach dem Tod die­se Hoff­nung sei­nen Sinn, deu­te­te der Gast aus Pas­sau die Aus­sa­ge des Phi­lo­so­phen. Mit der Ant­wort auf die vier­te Fra­ge nahm Bär noch­mal Bezug auf die Fir­mung: So wie Pries­ter oder gar Köni­ge gesalbt wür­den, so wür­den die Firm­lin­ge an die­sem Tag mit der Sal­bung aus­ge­zeich­net wer­den und damit mit dem Sakra­ment der Fir­mung gestärkt: Du bist nicht weni­ger wert als gesalb­te Köni­ge und Pro­phe­ten; du Kind Got­tes“, schloss Bär die Betrach­tung zu den vier phi­lo­so­phi­schen Grund­fra­gen Kants. Er wünsch­te den Firm­lin­gen, dass du ein Freund der Weis­heit bist und bleibst und auf die gro­ßen Fra­gen des Lebens die rech­ten Ant­wor­ten gibst.“

Bewegender Firmakt

Dann kam der fei­er­li­che Moment, auf den die jun­gen Frau­en und Män­ner seit Wochen gewar­tet hat­ten. Zunächst bete­te der Zele­brant um die Gaben des Hei­li­gen Geist. Zum still­schwei­gen­den Gebet setz­ten dann die Kir­chen­glo­cken mit ihrem vol­len Geläut ein um die Kun­de von der Fir­mung in die Pfar­rei­en hin­aus­zu­schi­cken. Anschlie­ßend tra­ten die Firm­lin­ge mit ihren Paten grup­pen­wei­se vor den Altar. Dom­propst Micha­el Bär, assis­tiert von Dia­kon Alfons Kopp, spen­de­te jedem das Sakra­ment, indem er ihnen die Hand auf­leg­te und sie mit Chri­sam­öl salb­te. Er nahm sich bei jedem Firm­ling Zeit für ein paar per­sön­li­che Wor­te, die offen­sicht­lich auf man­ches ange­spann­te Gesicht ein Lächeln oder Schmun­zeln zauberten.

Großer Dank der Firmlinge an Begleiter in der Vorbereitungszeit und den Zelebranten des Gottesdienstes

Nach der Fei­er der Eucha­ris­tie und der Spen­de der Kom­mu­ni­on seg­ne­te Dr. Micha­el Bär die Andachts­ge­gen­stän­de. Die Firm­lin­ge Kor­bi­ni­an Ertl, Sebas­ti­an, Isa­bel Sitz­ber­ger und Max Mai­er tra­ten letzt­lich zur gro­ßen Dank­sa­gung an. Sie über­reich­ten dem Firm­spen­der mit einem statt­li­chen Geschenk­korb. Auch für ihre Eltern hat­ten die jun­gen Leu­te für die Beglei­tung auf dem Weg zur Fir­mung aner­ken­nen­de Wor­te parat. Gro­ßes Lob spra­chen sie dem Firm­hel­fer­team und den geist­li­chen Betreu­ern für den moti­vie­ren­den Bei­stand in der Vor­be­rei­tungs­zeit aus. Den letz­ten Bei­fall gab es für die Akteu­re, die neben den Firm­lin­gen und Paten in beson­de­rer Wei­se in Erschei­nung getre­ten. Für die Leis­tun­gen des kom­bi­nier­ten Kir­chen­chors und für den Blu­men­schmuck, für den Ilka Hupf-Wie­derer ver­ant­wort­lich zeichnete.

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Johann Probst

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