Wallfahrtskirche St. Hermann

2019-pfarreiein-kirchen-sthermann-kirche-5 info-icon-20px P. Paul Ostrowski

Geschichte

Im Jah­re 1320 kamen 2 Brü­der Her­mann und Otto von Hei­del­berg über Köln nach Nie­der­al­teich.
Her­mann wur­de Lai­en­bru­der, Otto Pries­ter. Bald dar­auf zogen sich bei­de in die Wald­ein­sam­keit zurück.
Her­mann errich­te­te bei Bischofs­mais mit Hil­fe der Land­leu­te eine Zel­le und eine Kapel­le zu Ehren der Mut­ter­got­tes. Von 1322 bis 1326 leb­te er in der Au, wo er wie­der eine Kapel­le und eine Zel­le errich­te­te.
1326 starb er und wur­de spä­ter an der Klos­ter­kir­che in Rinch­nach beerdigt.

Degen­hard, ein Rit­ters­sohn, war ein Schü­ler Ottos und erbau­te nach dem Tode sei­nes Leh­rers auf der Zell­wie­se unter­halb der Brei­ten­au eine Kapel­le zu Ehren des hl. Bar­tho­lo­mä­us und eine Zel­le. Bis 1374, also 30 Jah­re leb­te er in der Wald­ein­sam­keit der Zell­wie­se als Ein­sied­ler, bis er am 11. Dezem­ber 1374 starb und in Bischofs­mais begra­ben wurde.

Die Leu­te vom Bischofs­maiser Win­kel erho­ben Her­mann zu ihrem hei­li­gen Schutz­herrn: die Bau­ern zum Patron über Vieh und Feld, die Säu­mer die auf der Böhm­stra­ße“ über Bischofs­mais trie­ben, zum hel­fen­den Rei­se­be­glei­ter, die Lah­men und Blin­den zum Licht­brin­ger und Arzt.

Vom Wall­fahrts­kult der frü­he­ren Zeit wis­sen wir nicht viel. Drei Jahr­hun­der­te blieb die ehe­ma­li­ge Her­manns-Klau­se die ein­zi­ge Ver­bin­dungs­stät­te. Im Lau­fe der Jahr­hun­der­te, von 1648 an, stif­te­ten from­me Hil­fe­su­chen­de die zahl­rei­chen Votiv­ta­feln. Ex Voto“ lesen wir immer wie­der von den wun­der­ba­ren Erhö­run­gen und Hei­lun­gen, die auf die Für­spra­che des hl. Her­mann zurück­ge­führt werden.

1611 wur­de die Run­de Kapel­le” erbaut. Das Altar­bild die Ein­sied­ler Her­mann und Degen­hard über dem Dorf Bischofs­mais. Neben dem Ein­gang befin­det sich der Brun­nen, der nach der Legen­de durch das Gebet des hl. Ein­sied­lers aus dem Boden sprang.

Neben den klei­nen Kapel­len wur­de 1653 der Neu­bau einer Wall­fahrts­kir­che wegen des Zustroms der Wall­fah­rer drin­gend erfor­der­lich. 1677 wur­de die Wall­fahrts­kir­che ein­ge­weiht. Im Hoch­al­tar­bild ist der Ein­sied­ler Her­mann als Für­bit­ter vor Gott und Maria dargestellt. 

Patro­zi­ni­um: 10 August (St. Lau­ren­ti­us) und 24 August (St. Bar­tho­lo­mä­us)
(Quel­le: Klei­ne Geschich­te der Pfar­rei Bischofs­mais“, Auf­la­ge 21991)