Knapp hundert Kinder aus dem ganzen Pfarrverband Kirchberg/Bischofmais waren am Vormittag des Karfreitags der Einladung des Familiengottesdienstteams gefolgt und hatten sich zum Kinderkreuzweg an der Musikbühne im Bischofsmaiser Kurpark versammelt. Dort erinnerte ein großer roter Stuhl nicht nur an den Richterstuhl von Pontius Pilatus, sondern auch an das zu Unrecht gesprochene Urteil über Jesus. Als Symbol für die vielen Menschen, die in unserer Zeit in Gefangenschaft leben, durfte ein Kind ein Seil auf den Kreuzweg mittragen. Ebenfalls an der ersten Station erklärte Gemeindereferentin Theresa Reitberger wie sich die Kinder aus zwei Holzstäben und einem Wollfaden mit Unterstützung durch ihre Eltern selbst ein Kreuz basteln können. Voller Begeisterung wickelten die Kinder den Faden um die Stäbe und folgten anschließend den wechselnden Kreuzträgern auf ihrem Weg durch den Kurpark.
Dabei sammelten sie nach und nach noch weitere Symbole ein wie z. B. einen Stein als Zeichen für die Sorgen und Belastungen, mit denen viele Menschen zu kämpfen haben. Von der Hängebrücke des Kurparks baumelte ein Herz und erinnerte an die liebevollen Begegnungen, die Jesus auf seinem schweren Weg erfahren durfte. Bei der nächsten Station machte ein Hemd deutlich, dass nicht nur Jesus seiner Kleider beraubt wurde, sondern auch heutzutage viele Menschen ohne richtige Kleidung auskommen müssen. Die lange Prozession zog nach dem Kurpark in Richtung Pfarrkirche und gedachte am Kirchenvorplatz der Männer, Frauen und Kinder auf der Welt, die unter Krieg, Hass und Terror leiden. Acht Kommunionkinder unterstützten Anna Gilg, Corinna Grohmann, Theresa Reitberger und Gemeindepraktikant Florian Haiplik bei den einzelnen Stationen, die von letzterem auch musikalisch begleitet wurden.

In der Pfarrkirche angekommen wurde das von der Zimmerei Geiß gestiftete Kreuz auf dunklen Tüchern abgelegt. Um die Ehrfurcht vor dem Kreuzestod Jesu zum Ausdruck zu bringen, waren alle Kinder und Erwachsenen eingeladen, vor dem Kreuz eine Kniebeuge zu machen. Die Kinder durften dazu noch einen Sonnenstrahl aus Papier zum Kreuz legen. Schnell wurde deutlich, dass die dunklen Tücher von den vielen gelben Strahlen fast vollständig bedeckt werden und das Kreuz im österlichen Glanz erstrahlte.
Das selbstgebastelte Kreuz der Kinder, das bei jeder Station um einen farbigen Wollfaden angewachsen war, fand nun ebenfalls mit einem gelben Faden seinen Abschluss. So entstand ein kleines Zeichen der Erinnerung, dass wir Christen aufgerufen sind, die Freude über die Auferstehung Jesu auszustrahlen und so weiterzugeben.
Text+Foto: Theresa Reitberger