Gegen 19:00 Uhr brach eine Gruppe von etwa 20 Personen aus Hangenleithen zu Fuß auf, um sich betend auf den Weg zur Gottesmutter zu machen. Noch am frühen Nachmittag hatten heftige Regenfälle und ein Gewitter die Landschaft geprägt und ließen Zweifel aufkommen, ob der Pilgerweg sicher sei. Doch im Vertrauen auf Gottes Schutz und unter dem mütterlichen Mantel Mariens entschieden sich die Gläubigen, den Weg dennoch anzutreten. So wurde bereits der Aufbruch selbst zu einem lebendigen Zeugnis des Glaubens. Unterwegs erfüllte das gemeinsame Gebet des Rosenkranzes die Herzen der Pilger. In den glorreichen Geheimnissen betrachteten sie das Wirken Gottes und fanden Kraft, Trost und Zuversicht. Der Weg wurde so zu einem geistlichen Geschehen – zu einem Unterwegssein mit Gott.
An der Kapelle angekommen, vereinten sich die Fußpilger mit weiteren Gläubigen, die mit dem Auto gekommen waren. Auch hierin zeigte sich die Vielfalt der Gemeinschaft: Nicht jeder kann denselben Weg gehen, doch alle sind eingeladen, im Gebet verbunden zu sein. In der feierlichen Andacht sprach Pater Slawomir über die Hingabe und das Vertrauen Mariens, über ihre Treue zu Gott und ihre Offenheit für seinen Willen. Zugleich wurde deutlich: Maria ist nicht nur Vorbild, sondern auch Begleiterin auf unserem Lebensweg. Wie sie sind auch wir gerufen, den Glauben in die Welt zu tragen – durch unser Wort, unser Handeln und unser Dasein für andere. Besonders dort, wo Menschen Trost, Nähe und Hilfe benötigen, soll Gottes Liebe durch uns sichtbar werden.
Am Ende der Andacht wurde Dank ausgesprochen – für die gemeinsame Zeit des Gebetes, für die Gemeinschaft der Gläubigen und in besonderer Weise für die Familie Raith, die sich mit großer Hingabe und Treue um die Kapelle kümmert. Ihr Dienst ist ein stilles, aber bedeutendes Zeugnis lebendigen Glaubens.
Nach dem feierlichen Segen traten die Gläubigen ihren Heimweg an – manche zu Fuß, andere mit dem Auto – erfüllt von innerem Frieden, gestärkt im Glauben und getragen von der Gewissheit: Wer sich im Vertrauen auf Gott und unter den Schutz Mariens stellt, geht niemals allein. Möge die Gottesmutter auch weiterhin unsere Wege begleiten und uns im Glauben stärken.

