Sonja Stündler
Kraftvolle Stimmen, schwungvolle deutsche Kirchenlieder und 35 junge Menschen, für die dieser Samstag zu einem besonderen Tag auf ihrem Glaubens- und Lebensweg wurde: Die Firmung in der Pfarrkirche St. Jakobus der Ältere in Bischofsmais zeigte sich als lebendige Feier, bei der Gemeinschaft, persönliche Worte und eine mitreißende musikalische Gestaltung zusammenkamen.
Ein echtes musikalisches Glanzlicht setzte der Jakobichor Bischofsmais unter der Leitung von Michael Rothkopf. Mit einer schwungvollen deutschen Liedauswahl, großer stimmlicher Präsenz und spürbarer Freude am Singen verlieh der Chor dem Firmgottesdienst Kraft, Wärme und Lebendigkeit. Die Sängerinnen und Sänger überzeugten mit viel Elan, klanglicher Fülle und einer Ausdrucksstärke, die das Gotteshaus eindrucksvoll erfüllte. Gerade die verständlichen deutschen Texte und die mitreißend rhythmische Interpretation sorgten dafür, dass die Musik die Festgemeinde unmittelbar erreichte. Der Jakobichor erwies sich damit als tragende Säule der Feier und gab dem Gottesdienst eine ebenso festliche wie lebendige musikalische Handschrift.
Pfarrgemeinderatsvorsitzender Hans Artmann hieß die Festgemeinde und Domkapitular Christian Altmannsperger mit herzlichen Worten willkommen. Sein Gruß galt ebenso Pfarrer Pater Paul Ostrowski, Pfarrvikar Pater Slawomir Olech und Diakon im Ruhestand Alfons Kopp aus dem Pfarrverband Kirchberg im Wald sowie Gemeindereferentin Theresa Reitberger und Gemeindeassistent Florian Haiplick. Auch die Vertreter der Pfarrgemeinderäte und Kirchenverwaltungen aus Kirchberg, Untermitterdorf und Zell wurden willkommen geheißen. Mit einer persönlichen Erinnerung schlug Artmann zugleich eine Brücke über die Generationen hinweg. Seine eigene Firmung liege bereits 44 Jahre zurück. Damals habe Weihbischof Franz Xaver Eder in seiner Predigt die Blutsbrüderschaft zwischen Winnetou und Old Shatterhand aufgegriffen – eine Erinnerung, die Artmann bis heute begleitet. Den Jugendlichen gab er einen besonderen Wunsch mit auf den Weg: Sie sollten diesen Festtag nicht vergessen und der Kirche verbunden bleiben, denn sie seien die Zukunft der Pfarreien.
Mit Domkapitular Christian Altmannsperger war ein erfahrener Firmspender nach Bischofsmais gekommen. Auch in seiner Predigt fand er ein einprägsames Bild für das Wirken des Heiligen Geistes. Er verglich ihn mit elektrischem Strom, der zwar nicht sichtbar sei, dessen Kraft und Wirkung aber deutlich spürbar würden. „Doch seine Wirkung ist gewaltig“, brachte der Geistliche den Vergleich auf den Punkt. Der Heilige Geist sei unsichtbar, gebe aber Kraft und Energie und könne das Leben voranbringen. Entscheidend sei dabei, die Verbindung zu Jesus und zur Kirche nicht abreißen zu lassen. Einen besonderen Gedanken gab Altmannsperger den jungen Christen mit auf den weiteren Lebensweg: „Vergesst nicht, wie wichtig es ist, Feuer und Flamme für etwas zu sein.“ Im Mittelpunkt standen die Firmlinge selbst. Gemeinsam mit ihren Familien und Paten feierten die Jugendlichen aus Bischofsmais, Kirchberg im Wald und Untermitterdorf sowie aus Rinchnach und Regen ihre Firmung. Dabei waren sie nicht nur Empfänger des Sakraments, sondern wirkten auch aktiv an der Gestaltung des Gottesdienstes mit. Unter anderem trugen Firmlinge die Kyrie-Rufe selbst vor. So wurde sichtbar und hörbar, dass junge Menschen Kirche nicht nur erleben, sondern selbst mitgestalten können.
Johann Probst
Den Höhepunkt bildete die Firmspendung. Die Jugendlichen wurden in Gruppen aufgerufen und versammelten sich gemeinsam mit ihren Patinnen und Paten vorne um den Altar. Dort empfingen sie durch Handauflegung und die Salbung mit Chrisam das Sakrament der Firmung und damit die Stärkung durch den Heiligen Geist. Inmitten der großen Festgemeinde entstanden dabei viele persönliche und bewegende Momente.
Johann Probst
Einen besonders wichtigen Beitrag zum Gelingen des Festtages leistete der Pfarrgemeinderat Bischofsmais. Mit großem persönlichen Einsatz, viel Vorbereitung und spürbarer Gastfreundschaft sorgten Hans Artmann und sein Team dafür, dass die Gemeinschaft nicht mit dem Schlusssegen endete. Beim anschließenden Stehempfang kümmerten sich die Ehrenamtlichen um die Bewirtung der zahlreichen Gäste, schenkten Getränke aus, hielten alles in Gang und packten am Ende ebenso selbstverständlich beim Aufräumen mit an. Gerade dieser Einsatz im Hintergrund verdient besondere Anerkennung. Vieles von dem, was einen solchen Festtag herzlich, persönlich und gelungen macht, wäre ohne die Menschen, die ihre Zeit und Kraft ehrenamtlich einbringen, nicht möglich. Der Pfarrgemeinderat zeigte an diesem Tag eindrucksvoll, dass gelebte Pfarrgemeinde weit über Sitzungen und organisatorische Aufgaben hinausgeht: Sie zeigt sich dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen, mithelfen und dafür sorgen, dass sich andere willkommen fühlen.
Sonja Stündler
Quelle PNP
Text: Sonja Stündler
Fotos: Sonja Stündler und Johann Probst


