Es war ein Prangertag wie er im Buche steht. Über den Kirchenberg mit seiner Kirche und über die Prozession im Dorf hatte sich ein strahlend blauer Himmel ausgebreitet. Begonnen hatte das Fronleichnamsfest mit einem Festgottesdienst, den Pfarrer Pater Paul Ostrowski feierlich zelebrierte. In seiner Predigt räumte der Priester mit einem Missverständnis auf. Der Begriff „Fronleichnam“ habe nichts mit einem Leichnam im heutigen Sinn zu tun, so der Pfarrer. Der Name, der aus dem Mittelhochdeutschen „vrone licham“ abgeleitet ist bedeute übersetzt „Leib des Herrn“. So stelle das Fronleichnamsfest ein Hochfest im Kirchenjahr der katholischen Kirche dar, in dem die leibliche Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie gefeiert wird. Dass zahlreiche Menschen den Feiertag aber als willkommene Auszeit vom Alltag wahrnehmen, war auch der Teilnehmerzahl der Feierlichkeiten zu entnehmen.
Nach dem Festgottesdienst nahmen die Gläubigen Aufstellung vor der St.-Gotthard-Kirche, um dann hinab ins Dorf zu ziehen und in der Prozession ein Zeichen ihres Glaubens zu geben. Es war ein farbenprächtiger Zug kirchlicher und weltlicher Vereine mit ihren Fahnen und Standarten und mit Ronny Raith als Vorbeter und Leiter. Voran die Kirchberger Blaskapelle unter Leitung von Walter Prinz, die zu den eucharistischen Liedern die instrumentale Begleitung lieferte. Erstkommunionkinder bezeugten mit ihrer Teilnahme, dass ihr Glaube nicht im stillen Kämmerlein verborgen bleiben müsse. Nach alter Sitte hatten sich auch das Gemeindeoberhaupt Robert Muhr und einige Gemeinderäte in den Zug eingereiht. Unter dem Schatten spendenden „Himmel“, getragen von Männern der Kirchberger und Mitterbichler Feuerwehren, brachten Pfarrer P. Ostrowski und Diakon Alfons Kopp die Monstranz mit der geweihten Hostie, dem Herzstück des katholischen Glaubens, zu den vier mit Blumenteppichen geschmückten Altären. Dort wurden Texte aus dem Evangelium vorgetragen, in den Anliegen der Gläubigen gebetet und der eucharistische Segen vom Pfarrer oder Diakon erteilt. Gestaltet wurden die Altäre von der Leitung der Seniorenheims St. Gotthard am Klosterweg, von Alois Wenig am Dorfkreuz, von Anneliese Ertl mit Michaela Reinke am Pointweg und vom Trachtenverein am Amthofplatz. Kinder hatten zudem aus den heimischen Gärten Blumen zur Prozession mitgebracht und damit zusätzlich die Stationen garniert.
Die besondere Bedeutung von Fronleichnam als besonders prachtvoll und volkstümliches gefeiertes Fest bestätigte das anschließende Pfarrfest im idyllisch angelegten Pfarrgarten. Hier fand zusammen, was die Gemeinschaft der Pfarrgemeinde ausmacht: Mitglieder des Pfarrgemeinderates arbeiteten, auch mit Unterstützung von Familienangehörigen auf Hochtouren, um die Besucher mit Grillspezialitäten mit oder ohne Fleisch zu verköstigen.
Andere versorgten die durstigen Kehlen mit Getränken aller Art. Als guter Gastgeber zeigte sich auch der Pfarrer, der den Gästen auch mal eine Runde spendierte. Im Pfarrheim erwarteten die von den Damen des Müttervereins angebotenen süßen Verführungen in Form von leckeren Torten und anderen Gebäckstücken. Für die Kleinen hatten die Organisatoren einige Spiele zur Verfügung gestellt, die sie gerne kreativ benutzten. Zu Allem spielte die Kirchberger Blasmusik zur Unterhaltung am lauschigen Platz auf. So erlebten die Besucher unter dem Nussbaum im Pfarrgarten gesellige Stunden. Den Dank an die Personen, die dafür verantwortlich zeichneten, hatte Pfarrer P. Paul Ostrowski schon beim Festgottesdienst ausgesprochen.
Text+Fotos: Johann Probst

